Permakultur - Kurs in der Schule

Hierbei wird ein Garten mit Synergie-Effekten in der Schule angelegt. Dieser kann als Ergänzung zum Lernen in der Schule betrachtet werden. Er wird nach den Regeln der Permakultur bewirtschaftet. Dadurch lernen die SchülerInnen mehr über die Strategien der Natur, verstehen besser das Zusammenspiel zwischen Mensch und Natur und erleben, wie sie gemeinsam an einem Projekt arbeiten.

Objectives

  • Den Kindern und Jugendlichen werden das Zusammenspiel von Natur und Mensch sowie die darin enthaltenen sehr vielseitigen Wechselbeziehungen im Ökosystem gezeigt.
  • Grundlegende Kenntnisse in der Gartenarbeit werden erlernt.
  • Es können Experimente zu den Synergie-Effekten in der Landwirtschaft durchgeführt werden (z.B. vorteilhafte Pflanzengemeinschaften, die Bedeutung von Insekten im Garten).
  • Entwicklung eines ökologischen Bewusstseins.
  • Erkunden von Möglichkeiten zur Selbstversorgung mit Lebensmitteln.

Materials

  • Ein Stück Land auf dem Hof der Schule, wo es möglich ist, Gartenarbeit zu verrichten.

Für die Verwirklichung des Gartens:

  • Wasseranschluss mit Wasserleitung für die Tröpfchenbewässerung
  • Stroh zum Abdecken des Bodens
  • Pflanzen und Blumen
  • Gartengeräte (z.B. Schaufel, Harke, etc...)
  • Handschuhe
  • angemessene Kleidung

Für die Saatbeete zum Vorziehen von Pflanzen:

  • Ein sonniger Raum, in dem die Pflanzen wachsen können.
  • Verschiedene Behälter oder Töpfe für die Aussaat.
  • Möglichkeit zum Recyceln von Objekten, um sie als Töpfe zu benutzen.
  • Samen
  • Erde

 

Implementation

Um einen Garten nach den Regeln der Permakultur anzulegen, sind einige Schritte notwendig. Die SchülerInnen benötigen ausreichend Zeit, um das Konzept dahinter zu verstehen.
Um einen solchen Garten anzulegen, braucht man umfangreiches Wissen über die richtige Technik, über die zu verwendenden Materialien, über die Pflanzen, den Boden, usw… . Empfehlenswert ist es daher, ExpertInnen auf diesem Gebiet zu bitten, dass diese Sie bei der Vorbereitung und der Umsetzung unterstützen.
Wenn Sie LehrerIn für ein naturwissenschaftliches Fach sind, können Sie Ihren Unterricht mit den Aktivitäten im Garten verbinden und dem theoretischen Teil so eine praktische Umsetzung folgen lassen.
Die Aktivitäten können bei mehreren verschiedenen Treffen umgesetzt werden. Das kommt ganz auf die Schule, den Anforderungen und dem Lehrprogramm an.
Ein Kurs sollte mindestens eine Stunde dauern, aber nicht länger als 2-3 Stunden.
Die Kurse können an die verschiedenen Altersklassen angepasst werden.


Ein theoretischer Teil im Klassenraum:
(nicht länger als 1-2 Stunden Unterricht)

In der ersten Stunde wird den Kindern theoretisch die Idee der Permakultur näher gebracht. Die Kinder haben Zeit, das Projekt zu verstehen und Fragen zu stellen. Nicht jede/r hat sofort eine Vorstellung davon, was Permakultur sein könnte und was Synergie-Effekte sind. Um dies besser veranschaulichen zu können, bringen Sie Fotos und Videos mit, die im Unterricht gezeigt werden können.

Für eine erste Annäherung an Permakultur ist die Verdeutlichung folgender Aspekte wichtig:

  • In einem Ökosystem entsteht kein Abfall. Der Abfall der einen Spezies ist die Nahrung für eine andere.
  • Alle organischen Materialien zirkulieren im Netz des Lebens.
  • Die für diesen Kreislauf benötigte Energie kommt von der Sonne.
  • Das Leben hat sich von Anfang an (seit mehr als 3 Milliarden Jahre) auf dem ganzen Planeten ausgebreitet. Dies geschah nicht mittels Konflikt und Kampf, sondern durch Zusammenwirken und durch die Bildung von Lebensgemeinschaften, bei denen die Elemente voneinander abhängig sind.
  • Artenvielfalt stellt die Widerstandsfähigkeit eines Systems sicher, da Ausfälle kompensiert werden können.

Definition von Resilienz /einem belastbaren System

  • In der Ökologie bezeichnet man mit Resilienz die Fähigkeit eines Ökosystems, sich nach einer Störung oder Schädigung schnell wieder zu regenerieren. Solche Ursachen können folgende sein: Feuer, Sturm, Überflutung, Einschleppen exotischer Pflanzen oder Tiere, menschliches Handeln, Besiedlung, Abholzung.

Um den SchülerInnen das Prinzip der Permakultur zu erklären, sollten leicht verständliche Beispiele genutzt werden. Das Prinzip der Permakultur wird aus der Funktionsweise der Natur übernommen. Eine Möglichkeit ist es, dies am Beispiel des Waldes zu erklären. In einem Wald der nicht von Menschen gepflegt und bearbeitet wird, können die Blätter runterfallen und liegen bleiben. Dadurch bieten sie Nahrung für andere Lebewesen aus dem Ökosystem. Die Elemente des Ökosystems „Wald“ unterstützen einander. SchülerInnen können nun leichter verstehen, warum Stroh zum Abdecken genommen wird und warum es wichtig ist, verschiedene Gemüsesorten und andere Pflanzen gemeinsam anzupflanzen.

Der zweite Schritt ist, den Garten zu beobachten. Dieser Schritt ist wichtig für das Verständnis der verschiedenen Komponenten des Bodens und für die Erkenntnis, warum die oberste Schicht so wichtig ist, denn dies ist der Ort, wo sich alle Nährstoffe befinden.
Nehmen Sie Proben des Mutterbodens von drei verschiedenen Stellen des zukünftigen Gartens und füllen Sie diese in 3 verschiedene Gläser. Danach fügen Sie etwas Wasser hinzu und warten einen Moment ab. Es ist interessant zu sehen, wie sich die verschiedenen Elemente des Bodens trennen und im Glas absetzen. Gemeinsam mit den SchülerInnen können Sie nun überlegen, ob der Boden gut ist für den Anbau.
Wenn die oberste Schicht gehaltvoll ist, bedeutet dies, dass der Boden gut und voller Humus und Nährstoffe ist. Wenn nicht, ist es auch nicht so schlimm. Dank der zukünftig angewendeten Synergie-Techniken wird der Boden innerhalb von 2-3 Jahren mit Nährstoffen angereichert sein.

Als dritter Schritt kann ein Spiel namens „Netz des Lebens“ gespielt werden. Bei diesem Spiel lernen die SchülerInnen die Verbindungen im Ökosystem kennen. Hierbei können auch Aspekte aufgedeckt werden, die vorher vielleicht nicht bekannt waren.


Vorbereitung des Bodens:
Dieses Mal wird sich draußen getroffen, um den Garten für den Anbau vorzubereiten.

Mit Hilfe der LehrerInnen, Eltern und weiteren beteiligten Personen wird der Boden für den ersten Anbau gehackt.
Dann wird mit den entsprechenden Geräten der Boden von wilden Pflanzen gereinigt. Werfen Sie diese Pflanzen nicht weg, denn sie können für die Kompostierung verwendet werden! Es ist besser mit der Bereinigung zu beginnen, bevor die SchülerInnen da sind. Auf diese Weise können die SchülerInnen dabei sein, wenn die letzten Handgriffe getan werden und sie werden die Resultate nach abgeschlossener Arbeit zu schätzen wissen.
Versuchen Sie die Gruppe in kleinere Gruppen zu unterteilen und geben Sie diesen entsprechende Werkzeuge. Stellen Sie sicher, dass jede/r die Möglichkeit hat, den Boden zu hacken.

Während des Hackens werden Sie im Boden vielleicht auf kleine Tiere, wie Würmer treffen. Machen Sie dann die SchülerInnen auf die Bedeutung dieser Tiere aufmerksam und erinnern Sie daran, was im theoretischen Unterricht gelernt wurde. Betonen Sie noch einmal die symbiotischen Beziehungen zwischen Pflanzen und Tieren im Boden.

Das Saatbeet anlegen und das Aussäen:
Suchen Sie sich einen sonnigen Klassenraum, es kann der der Klasse sein oder ein anderer. Das Wichtigste ist, dass die Anzucht-Beete während des Keimens und Wachsens der Pflanze an derselben Stelle stehen bleiben und nicht bewegt werden.
Bereiten Sie alles für das Aussäen vor, indem Sie auf jeden Tisch alle benötigten Materialien legen: einen Beutel mit Erde, Blumentöpfe oder andere Pflanzbehälter, die Pflanzensamen, Stifte und Papier.
Zeigen Sie den SchülerInnen, was sie tun werden und demonstrieren Sie an einem Beispiel, wie das Aussäen funktioniert. Danach sind die SchülerInnen dran und können es selbst ausprobieren.

Erklären Sie kurz, auf welche Art und Weise sich Pflanzen fortpflanzen können.

  • Samen: ein kleiner Keim wird in der Frucht der Pflanze in einer Samenhülle eingelagert (z.B. Salat, Zucchini, Tomate, Blumenkohl, ...).
  • Zwiebeln: in einer Art Stamm, der von fleischigen Blättern umhüllt ist, wächst nach oben, hier befinden sich die Samen drinn.
  • Die Zwiebel wächst unter der Erde, stellt aber nicht die Wurzel dar (Zwiebeln, Knoblauch, ...).
  • Knollen: Dies sind unterirdische Fortsätze, in denen die Pflanze Nährstoffe für den Winter oder für Trockenperioden speichert. In der nächsten Saison wachsen daraus neue Pflanzen (Kartoffeln, einige Blumensorten).

Sobald die Samen im Topf sind, sollten diese mit Namen beschriften werden, um die Pflanzen später zuordnen zu können.

Das Hochbeet und das Bewässerungssystem:
Bauen Sie die Hochbeete. Markieren Sie, wo Sie welche Setzlinge einpflanzen werden. Wichtig ist, dass ausreichend Platz für einen Wege gelassen wird. Dadurch kann das Beet betreten werden, ohne dabei andere Pflanzen zu beschädigen. Der Weg sollte etwa zweimal so breit sein, wie ein Arm der SchülerInnen lang ist. Während der Wachstumsphase versuchen Sie so wenig wie möglich das Beet zu betreten. Dadurch arbeitet der Boden besser.

Nachdem Sie sich für die Form des Gartens entschieden haben, sollte ein Bewässerungssystem installiert werden. Es wird ein Schlauch mit vielen kleinen Löchern (Tröpfchenbewässerung) mit Hilfe von kleinen Metallstiften am Boden verankert. Dadurch verrutscht er nicht.

Abschließend wird überall ausreichend Stroh verstreut, auch auf den Wegen. Alles sollte gut abgedeckt sein.

Die Bepflanzung:
Die Pflanzen in den Saatbeeten sind inzwischen gewachsen. Wenn sie etwa 15 cm groß sind, können sie ins Freiland ausgepflanzt werden.
Die Pflanzen werden nach der Methode der sich gegenseitig begünstigenden Gemeinschaften angeordnet. Hierbei können die SchülerInnen entscheiden, an welche Stelle ihre Pflanzen gesetzt werden sollen. Dadurch kann der Garten gestaltet werden. Nur die Begrenzung des Beetes muss berücksichtigt werden.

Die Pflege:
Das Beet muss jetzt alle 2-3 Tage ausreichend gewässert werden. Dies hängt natürlich vom Wetter ab. Überprüfen Sie vorher immer, wie feucht der Boden ist, indem Sie einen Finger in den Boden stecken.
Um die SchülerInnen auch in diese Arbeit zu involvieren, sollten Sie eine Gruppe bilden, die für das Gießen zuständig ist. In eine an der Klassenraum-Wand befestigten Tabelle können die SchülerInnen notieren, an welchen Tagen sie gießen werden.

 

Evaluation

Evaluation ist bei dieser Aktivität entscheidend. Dadurch können Sie überprüfen, was die SchülerInnen bereits dank der verschiedenen Tätigkeiten gelernt haben. Die LehrerInnen können hierzu einen Test mit der Klasse schreiben.

Zwischenauswertung:
Nach jedem Treffen mit den SchülerInnen können Sie eine einfache und kurze Auswertung machen. Stellen Sie dazu den SchülerInnen die Frage: “Heute habe ich gelernt, zu ...“ und bitten Sie sie, über die Tätigkeit nachzudenken. Die Resultate können in der Gruppe ausgetauscht oder auch nur für sich selbst schriftlich festgehalten werden. Für jede neue Tätigkeit kann ein neues Blatt verwendet werden.

Abschließende Auswertung:
Versammeln Sie die Klasse nach Beendigung des Projektes in ihrem Klassenraum.
Sprechen Sie mit den SchülerInnen, woran sie sich erinnern, was sie alles gemacht haben und was sie dabei gelernt haben. Wenden Sie dafür kreative Methoden an.
Dazu können Sie einige Bilder zeigen, die während der einzelnen Aktivitäten aufgenommen wurden. Jede/r SchülerIn zieht ein Foto, ohne zu wissen was darauf zu sehen ist. Danach bitten Sie sie, sich in einer Zeitlinie entsprechend der Reihenfolge der gemachten Aktivitäten aufzustellen. Sie können auch alternativ eine Wäscheleine quer durch den Raum spannen und die SchülerInnen bitten, die Bilder in der richtigen zeitlichen Reihenfolge dort aufzuhängen.

Danach bitten Sie die Kinder, 3-4 Gruppen zu bilden und zu den einzelnen Phasen des Projektes, mit Hilfe der Bilder, kleine Plakate zu erstellen und die einzelnen Arbeitsschritte zu den Bildern zu beschreiben. Geben Sie den SchülerInnen Zeit, um kreativ zu sein. Der/die LehrerIn sollte die Schülerinnen dabei unterstützen. Zum Schluss bitten Sie die Gruppen, ihre erstellten Plakate der Klasse vorzustellen.

 

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