Interkulturelle Gärten

Im Konzept der Interkulturellen Gärten stehen das interkulturelle Lernen, die Völkerverständigung und die Integration im Mittelpunkt.

Seit den 1990er Jahren bereichern Interkulturelle Gärten viele Länder Europas. Einheimische und Immigranten aus verschiedenen sozialen Milieus treffen sich hier. Während der gemeinsamen Bewirtschaftung des Landes entstehen neue soziale Kontakte.

Objectives

  • Die Interkulturellen Gärten sollen soziale Kontakte zwischen Flüchtlingen, Immigranten und Einheimischen fördern.
  • Ein weiteres Ziel ist es, Flüchtlinge und Immigranten zu motivieren, selbst aktiv zu werden und sich zu beteiligen. Gärten werden dafür als idealer Ort angesehen. Oft kommen die Flüchtlinge und Immigranten aus ländlichen Regionen und bringen ein vielfältiges Wissen über die Gartenarbeit mit. Sie erhalten nun wieder die Möglichkeit, selbst ein kleines Stück Land zu bewirtschaften.
  • Oft pflanzen die Einwanderer Gemüse und Kräuter aus ihren Herkunftsländern an. So können alle Teilnehmer neue Erkenntnisse über Pflanzen erlangen.
  • Die Mitarbeit im Garten kann auch als Grundlage für weitere Aktivitäten dienen (z.B. Berufsorientierung in den Bereichen Gartengestaltung und Umweltschutz). Dies kann durch ein Praktikum in Unternehmen, die in diesem Sektor tätig sind, erfolgen.
  • Soziale Integration wird durch Nachbarschaftshilfe gefördert.
  • Durch das gemeinsame Arbeiten erhalten die Teilnehmer die Möglichkeit, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern. Dies fördert ihre Teilhabechancen in der Gesellschaft und sie können besser ihre Interessen vertreten.

Materials

  • ein Grundstück mit fruchtbarem Boden
  • Samen, Setzlinge, Pflanzen
  • Bewässerungsanlage
  • Materialien, um Toiletten, Bänke, Gemeinschaftshaus, Backofen,... zu bauen
  • Gartengeräte
  • einen stabilen und hohen Zaun um den Garten (wenn notwendig)

Implementation

  1. Suche nach einem geeigneten Grundstück
  2. Gründung eines Vereins
  3. Einrichtung einer Struktur zur Entscheidungsfindung
  4. Vorstellung des Projektes in der Nachbarschaft
  5. Verhandlung mit dem Eigentümer (z.B. Stadtverwaltung) über die Mietbedingungen + Abschluss eines Vertrags
  6. Errichtung eines stabilen Zauns gegen Vandalismus (Rechtsextremisten und andere feindlich gesinnte Nachbarn)
  7. Aufbau einer Infrastruktur (Wasser, Strom, Kompost)
  8. Anlegen und Aufteilen der Beete sowie Kultivieren der Pflanzen
  9. Bau von Gemeinschaftseinrichtungen (Toiletten, Bänke, Gemeinschaftshaus, Backofen, ...)
  10. Angebote von Workshops
  11. Zusammenarbeit mit Schulen und sozialen Zentren
  12. Durchführen von öffentlichen Veranstaltungen

Evaluation

Da es sich hierbei um ein Langzeitprojekt handelt, findet die Evaluation regelmäßig bei den gemeinsamen Treffen statt.

Tips

Eine Möglichkeit ist es während der Gartenarbeit einfach Sprachen zu lernen, durch den direkten Austausch während der Arbeit oder in einem Raum im Garten. Bei der praktischen Arbeit lassen sich Sprachen einfach und in angenehmer Atmosphäre erlernen.