A-B-C-Pflanzenpfad zum Fühlen und Riechen

Der A-B-C-Pflanzenpfad bietet eine Möglichkeit, Pflanzen anders kennenzulernen und zwar anhand ihres Geruchs und durch Berührung. Aus gärtnerischer Sicht ist es nicht einfach, einen solchen A-B-C-Pflanzenpfad anzulegen und danach zu ordnen. Denn dies macht nicht unbedingt Sinn für die einzelnen Pflanzen, da diese häufig unterschiedliche Bedingungen benötigen. Aber aus pädagogischer Sicht ist dies eine sehr gute Möglichkeit, Pflanzen zu erkunden.

Objectives

Ziele der Aktivität:

  • Das Kennenlernen von Pflanzen mittels Seh-, Tast- und Geruchssinn.
  • Diese Pflanzen werden behinderten Menschen zugänglich gemacht (z.B. Blinde, Menschen mit Sehstörungen).
  • Anregung, um weitere Pflanzen kennenlernen zu wollen.

Ziele des Anleiters dieser Aktivität:

  • das Wissen der TeilnehmerInnen vergrößern
  • den Garten um einen weiteren, wertvollen Bereich erweitern
  • BesucherInnen einen anderen Zugang zu Pflanzen ermöglichen

Ziele des Grundtvig-Programms für Lebenslages Lernen:

  • Unterstützung von Menschen aus gefährdeten oder von Ausgrenzung bedrohten gesellschaftlichen Gruppen.

Durch diese Praxis werden blinde oder sehbehinderte Menschen in die Arbeit in einem Garten miteinbezogen und im Umweltbereich weitergebildet.

Mögliche Lernziele:

  • Erwerb von Wissen über Botanik allgemein und der Anpassung von Pflanzen an ihre Umwelt
  • Erweiterung des Wortschatzes (Beschreibung der Pflanzen und Beschreibung des Gefühls beim Berühren der Pflanzen)
  • Sprache, Lesen
  • Bewusstsein für Behinderung

 

Materials

Materialien für die Aktivität:

  • Werkzeuge
  • Pflanzen
  • Beschriftungsmöglichkeiten, z.B.  mit Braille-Schrift
  • Materialien für das Handlauf, z.B. Holzstangen, Seile, Holzbalken

Materialien für die TeilnehmerInnen:

  • geeignete Kleidung
  • Schuhe
  • Handschuhe

Implementation

Suchen Sie sich ein geeignetes Gelände mit viel Platz für den A-B-C-Pflanzenpfad.

Beachten Sie die technischen Voraussetzungen:
Bodenbeschaffenheit, Sonneneinstrahlung, Möglichkeiten zum Versickern des Regenwassers, usw ... .

Wählen Sie die Pflanzen aus:

  • keine giftigen Pflanzen
  • Pflanzen, die interessant riechen oder sich interessant anfühlen
  • Pflanzen, die in der Region häufig vorkommen, so dass sie von den TeilnehmerInnen wiedererkannt werden können.
  • Regionale Pflanzen, die für das Klima typisch sind
  • Pflanzen, die pflegeleicht sind

Wählen Sie bei Bedarf das System für einen Handlauf aus:

  • Er ist z.B. wichtig, wenn Sie mit blinden oder sehbehinderten Menschen arbeiten möchten.
  • Achten Sie darauf, dass der Handlauf für die Gartenarbeit und –pflege nicht im Weg ist. Installieren Sie ggf. eine „Hintertür“ zum Beet.
  • Wir haben zwei verschiedene Systeme verwendet. Zum einen ein Seil mit hängenden Beschriftungstafeln für die Pflanzen, zum anderen einen Handlauf aus Holz mit fest montierten Tafeln. Letztere Variante verwendeten wir für einen Standort in einem öffentlichen Park, der für alle zugänglich ist.

Wählen Sie ein System zur Beschriftung aus:

  • Wenn Sie Braille-Schrift benutzen wollen, müssen Sie sicherstellen, dass das verwendete Material witterungsbeständig und abnutzungsbeständig ist.
  • Wir benutzten zunächst DYMO-Band, das sich aber sehr schnell abnutzte. Daraufhin verwendeten wir eingravierte Aluminiumtafeln, die von einem spezialisierten Druckunternehmen hergestellt wurden. Diese erwiesen sich als sehr widerstandsfähig.
  • Für Buchstaben in lateinischer Schrift (normale Schrift) muss die Schriftgröße und der Kontrast der Buchstaben zum Hintergrund beachtet werden, damit auch Menschen mit einer Sehbeeinträchtigung diese gut lesen können.

Zeichnen Sie einen Plan.
Gehen Sie sicher, dass Sie alle benötigten Materialien vorrätig haben.

Bereiten Sie das Gelände vor, indem Sie am Boden die Abmaße kennzeichnen.

Legen Sie den Weg an.
Sie können verschiedene Techniken verwenden, sollten aber in jedem Fall sicherstellen, dass der Weg bequem genug ist (auch für Gehbehinderte) und dass er breit genug ist (auch für 2-3 Menschen nebeneinander: z.B. Blinder und Betreuer).  Ein Maß von 1,20m wird empfohlen. Die Grenze zwischen Weg und Beet muss gut erkennbar und/oder ertastbar sein. Dafür kann beispielsweise ein dicker Holzbalken verwendet werden.

Legen Sie das Beet an.

  • Bereiten Sie den Boden vor, wenn möglich als Hochbeet.
  • Pflanzen einpflanzen
  • Pflanzen kennzeichnen
  • Ein Bewässerungssystem installieren
  • Eine Anleitung erstellen, wie der Garten genutzt werden soll
  • Eröffnungsfest

Und vergessen Sie die Pflege des Gartens nicht:

  • Jäten
  • Abgestorbene Pflanzen ersetzen.
  • Bewässerung, wenn notwendig.
  • Überprüfen der Beschriftung: ist alles noch gut lesbar oder muss etwas ersetzt werden?
     

Evaluation

Ideen für die Auswertung:

  • Während der Erstellung des Gartens: dazu werden die TeilnehmerInnen befragt.
  • Nützlichkeit des Gartens: Anzahl der NutzerInnen des Gartens
  • Fragen an die GärtnerInnen nach ihrem Eindruck bzgl. des Gartens (jährlicher Fragebogen)

Tips

Der Garten kann als Hochbeet angelegt werden (so wie wir es während des StudyVisit3 in Rom im Garten „Amici della Terra – Monteverde“ gesehen haben). Dadurch haben auch Menschen, die sich schlecht bücken können, einen besseren Zugang. Die Pflanzen sind so leichter zu finden und leichter zu erfühlen.

Ein A-B-C-Pflanzenpfad ist nicht einfach zu entwickeln, da die Pflanzen in alphabetischer Reihenfolge angepflanzt werden und nicht entsprechend ihrer spezifischen Bedürfnissen (Schatten oder Licht, reichliches oder seltenes Bewässern, kalkhaltiger oder saurer Boden).
Wenn die Pflanzen eines Lehrpfades nicht in alphabetischer Reihenfolge gepflanzt werden, haben sie eventuell bessere Bedingungen.