Organisieren eines Gemeinschaftskompostes im Garten

Der Kompost ist das Kernstück des ökologischen Gartenbaus. Er ist ein Weg, die Struktur und den Reichtum der Erde zu verbessern und folglich auch die darin wachsenden Pflanzenkulturen.

Jedoch ist es nicht einfach, selbst einen qualitativ hochwertigen Kompost herzustellen. Darum kann, neben dem Gewinn der gemeinschaftlichen Arbeit, das gemeinsame Lösen dieser Aufgabe gerade für AnfängerInnen eine große Hilfe sein.

 

Objectives

Ziele der  Aktivität:

  • die Produktion von gemeinschaftlichem Kompost
  • das Schaffen einer lokalen Quelle für Dünger von hoher Qualität
  • das Fördern und Bewerben von ökologischem Gartenbau
  • das indirekte Stärken des Bewusstseins der Menschen bzgl. Umwelt, Ökologie, Müllbeseitigung

Ziele der AnleiterInnen, die die Aktivität umsetzen:

  • etwas zu dem Wissen der TeilnehmerInnen beitragen
  • das Gärtnern effektiver gestalten
  • etwas zu der Müllreduktion beitragen
  • etwas zu dem gemeinschaftlichen Leben im Garten beitragen, Möglichkeiten für den sozialen Austausch schaffen

Mögliche Bildungsziele:

  • Projekt: gemeinschaftliche Organisierung, gemeinschaftliches Planen, interne Kommunikation, …
  • Wissen zu: Kompost, wirbellosen Tieren, Nahrungsketten, biologischen Kreisläufen (Kohlenstoff-Kreislauf), Recycling-Strategien, Mülltrennung
  • Fertigkeiten: Kompostieren, Nutzung von Kompost im Garten
  • Verhaltensweisen: bürgerschaftliches Engagement und Respekt vor der Umwelt  

Materials

Für die Aktivität (abhängig von der Umsetzung):

  • Kompostbehälter (kann selbstgebaut sein)
  • Leitfaden darüber, welche Abfälle wie auf den Kompost kommen
  • Zeitplan, um die Verantwortlichkeiten aufzuteilen: wer macht was für den Kompost?
  • Werkzeuge, um den Kompost bei Bedarf umzuwenden

Implementation

Vorbereitende Schritte:

1) Besprechung mit allen GärtnerInnen, die in das Projekt eingebunden sein werden. Bei diesem Projekt eines gemeinschaftlichen Komposts ist es wie bei allen anderen Gemeinschaftsprojekten auch: es bedarf der Bereitschaft seitens der TeilnehmerInnen, diese benötigen ausreichende Informationen und müssen zu einer langfristigen Teilnahme bereit sein.

Die Person oder Gruppe, von der das Projekt initiiert wurde, sollte dieses Treffen organisieren, bei dem alle GärtnerInnen über das Thema Kompost ausführlich informiert werden (Was ist Kompost und wie funktioniert er? Was wird dafür benötigt?). Für diese Informationsveranstaltung kann Unterstützung von verschiedenen Quellen kommen: die lokalen Behörden für Müllbeseitigung (oft unterstützen diese das Kompostieren und haben Info-Broschüren), Bildungsorganisationen für nachhaltige Entwicklung, staatliche Energieagenturen oder Ökologie-Organisationen.
Wenn alle informiert sind, kann gemeinsam entschieden werden, den Kompost anzulegen und eine kleine Gruppe wird gebildet, die das Projekt leitet.

2) Nun muss eine geeignete Fläche für den Kompost gefunden werden. Der Kompostbehälter sollte für alle GärtnerInnen gut zugänglich und entsprechend dem regionalen Klima angelegt sein (nicht zu trocken oder zu feucht, geschützt vor starkem Wind, nicht in der Sonne, wenn er sich in wärmeren Regionen befindet).

Umsetzung :

3) Bestimme  gemeinsam mit allen TeilnehmerInnen die Regeln für den Kompost. Wer ist für was und wann verantwortlich? Wer bringt den organischen Müll in den Kompostbehälter und wer passt auf, dass alles richtig gemacht wird? Wer verteilt den fertigen Kompost? Welcher Abfall ist geeignet (z.B. mit Pestiziden oder immer ohne, nur Pflanzenabfälle oder auch tierische Abfälle, gekochtes Essen und Brot oder lockt das die Mäuse an)?
4) Baue oder kaufe die Kompostbehälter. Es ist gut 2 oder 3 zu haben, um eine Rotation von reifem Kompost zu ermöglichen. Des Weiteren sollte die Gruppe zuerst den Kompostmüll für eine Testperiode sammeln, um zu ermitteln, wie viel Platz für den Kompostmüll gebraucht wird.
5) Start
6) Organisiere ein nettes geselliges Zusammenkommen, um an dem Kompost zu arbeiten, z.B.: um den Kompost umzuheben oder um die entstandene Erde zu sieben und zu verteilen.
7) Eine Evaluation darf nicht vergessen werden, bei der die TeilnehmerInnen die Möglichkeit haben, ein Feedback zu geben. Die Verantwortlichen können dieses nutzten, um bei Bedarf Veränderungen in der Organisierung vorzunehmen.


Weiterführend:

Wahrscheinlich gibt es in der Nähe Kurse, in denen man sein Wissen über das Kompostieren erweitern kann. Des Weiteren ist es immer einen Versuch wert, Menschen aus der Umgebung mit einzubeziehen, wodurch mehr Kompost erzeugt wird, mehr Müll reduziert wird und davon sowohl Gemüse als auch die Umwelt profitieren.

 

Evaluation

  • Teilnahme: Anzahl der teilnehmenden GärtnerInnen, Befolgen der verabredeten Vorgehensweise, Menge des eingebrachten organischen Mülls
  • Qualität der produzierten Erde
  • Nutzen der GärtnerInnen von der produzierten Erde

Tips

Das gemeinschaftliche Kompost-Projekt im Garten kann verschiedene Formen annehmen.

Zwei Beispiele:  

  1. Die Kompoststation des Gartens „Croq Jardin“ in La Roque d’Antheron sammelt Kompostabfall von Kleinunternehmen, wie Restaurants oder Läden aus der Umgebung.  => siehe Video
  2. Die Kompoststation des Gartens „Le Jardin des cerises“ in Digne Les Bains bezieht organischen Abfall aus einem Sozialwohnungs-Bezirk.  => siehe pdf- Dokument und Webseite